Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Machtverhältnisse im Marketing rasant. Laut Gartner wirkt die Technologie jedoch nicht als demokratische Kraft, die allen gleiche Chancen bietet. Im Gegenteil: KI birgt die Gefahr, die Unterschiede zwischen Unternehmen mit bereits starken Digitalstrategien und solchen, denen es noch an den richtigen Kompetenzen, Daten und der entsprechenden technischen Infrastruktur mangelt, zu verstärken.
Während Gartner Marketing Symposium/Xpo 2026 in London Es wurde ein klares Bild eines Marktes gezeichnet, in dem einige wenige Akteure mit hoher Geschwindigkeit voranschreiten. Gleichzeitig hat die Mehrheit der Unternehmen weiterhin Schwierigkeiten, KI-Investitionen in konkrete Geschäftsvorteile umzusetzen.
Obwohl Marketingmanager derzeit rund 15 Prozent ihres Budgets für KI ausgeben, gelten nur 30 Prozent der Unternehmen als bereit, die Technologie in größerem Umfang einzusetzen.
Nur 3 Prozent werden als ”Genie-Marken” eingestuft.”
Im Rahmen der Signature Series der Konferenz, Matt Moorut, Senior Director Analyst bei Gartner, Dies sind die Ergebnisse einer umfassenden Analyse von 1.000 globalen Marken. Nur 3 Prozent erfüllten die Kriterien für die Kategorie. ”"Genius Brands"”.
Die Unterschiede zwischen den Marktführern und dem Rest des Marktes sind enorm. Laut Gartner Diese Marken werden zwölfmal häufiger bei Google gesucht und generieren fast neunzehnmal mehr Website-Besuche als ihre Konkurrenten.

Erfolg bemisst sich jedoch nicht in erster Linie an der Produktion von mehr KI-generierten Inhalten.
Stattdessen nutzen führende Unternehmen KI, um die Kompetenzen, Effizienz und technische Agilität ihrer Organisationen zu stärken. Während viele Unternehmen ihre Marketingteams weiterhin verkleinern, investieren die erfolgreichsten in mehr Spezialisten für Marketingtechnologie, Datenanalyse und Automatisierung.
Im Fokus steht der Aufbau schnellerer und anpassungsfähigerer Organisationen, in denen KI direkt in Arbeitsabläufe, Entscheidungsprozesse und Kundenerlebnisse integriert wird.
KI erhöht auch das Risiko von Desinformation.
Ein weiteres zentrales Thema der Konferenz war, wie KI die Informationslandschaft verändert und gleichzeitig das Risiko von Desinformation und manipulierten Botschaften erhöht.
Andrew Frank, Ausgezeichneter Vizepräsident und Analyst bei Gartner, KI wurde als ”Verstärker von Markenrisiken” bezeichnet. Da moderne KI-Such- und Antwortmaschinen Informationen nicht mehr nur indexieren, sondern sie auch interpretieren, zusammenfassen und als fertige Antworten präsentieren, können sich Fehlinformationen schnell weit verbreiten.
Laut Frank reichen traditionelles Krisenmanagement oder klassische PR heutzutage nicht mehr aus.
Stattdessen hob er die Notwendigkeit dessen hervor, was Gartner TrustOps nennt – eine operative Methode zur kontinuierlichen Überwachung, Überprüfung und zum Schutz von Informationen, die mit der Marke verbunden sind.
Mit TrustOps können Organisationen Ungenauigkeiten innerhalb von Minuten erkennen und von Menschen geprüfte Antworten innerhalb von Stunden veröffentlichen.
„Ohne TrustOps kann selbst die durchdachteste Marketingstrategie innerhalb weniger Stunden durch gezielte Desinformation zunichtegemacht werden“, warnte Frank.

Vertrauen wird wichtiger als Reichweite.
Da KI die Produktion von Inhalten schneller, günstiger und einfacher macht, verändert sich auch das, was tatsächlich Wettbewerbsvorteile schafft.
Amy Abatangle, Vizepräsident Analyst bei Gartner, Er betonte, dass KI Nähe und persönliche Kommunikation simulieren kann, aber keinen echten menschlichen Kontakt oder wahres Vertrauen erzeugen kann.
Das bedeutet, dass Unternehmen, die starke Beziehungen, Expertise und Glaubwürdigkeit aufbauen, im Zeitalter der KI einen deutlich größeren Vorteil haben werden.
Gartner beschreibt diese Entwicklung als einen Wandel hin zu Human Experience (HX), bei dem Authentizität, Expertise, Beziehungen und Vertrauenswürdigkeit zu zentralen Faktoren für die Marken der Zukunft werden.
„Wenn Vertrauen knapp wird, müssen Marken aufhören, Reichweite zu jagen und stattdessen Glaubwürdigkeitssignale aufbauen“, sagte Abatangle.
KI verändert auch die Sichtbarkeit in der Suche und in Algorithmen.
Die Folgen betreffen nicht nur Marketing und Markenbildung.
Mit der zunehmenden Bedeutung KI-gestützter Such- und Antwortsysteme verändert sich auch die Art und Weise, wie Unternehmen digital gefunden werden. Marken mit hoher Glaubwürdigkeit, qualitativ hochwertigen Informationen und klaren Hinweisen auf Expertise werden in KI-generierten Antworten und Empfehlungen mit größerer Wahrscheinlichkeit priorisiert.
Dies bedeutet, dass der Kampf um Online-Sichtbarkeit zunehmend durch Vertrauen, Datenqualität und technische Reife und nicht mehr allein durch Werbe- oder Inhaltsvolumen entschieden wird.
Für viele Unternehmen markiert dies den Beginn einer neuen, KI-gesteuerten Wettbewerbssituation, in der der Unterschied zwischen Gewinnern und Verlierern schnell deutlich größer werden kann als zuvor.








