Da Rechenzentren zunehmend mehr Energie benötigen, reicht es nicht mehr aus, nur die Effizienz der Stromnutzung zu messen – wir müssen auch die erzielten Ergebnisse erfassen. Deshalb muss die Energiedebatte durch neue Produktivitätskennzahlen ergänzt werden, die den KI-Nutzen pro Watt aufzeigen. Hanna Oredsson, Vertriebsleiter Secure Power bei Schneider Electric Schweden, dass der Fokus von Energieverbrauch auf tokenbasierte Wertschöpfung verlagert werden muss.
Schweden verfügt über guten Zugang zu fossilfreiem Strom, ein kaltes Klima und stabile Bedingungen, die uns für die Ansiedlung von Rechenzentren attraktiv machen. Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb um Strom rasant, da Industrie und Verkehr elektrifiziert werden und die Digitalisierung voranschreitet. Angesichts hoher Strompreise und starker Nachfrage stellt sich die entscheidende Frage: Was genau erhalten wir aus jeder Kilowattstunde?.
Rechenzentren benötigen eine stabile Stromversorgung rund um die Uhr, was besondere Anforderungen an das Stromnetz stellt und ihre Auswirkungen deutlich stärker macht als bei vielen anderen Unternehmen. Ein neuer Bericht des Schwedischen Unternehmensverbands hebt dies als zentrale Herausforderung hervor: Rechenzentren gelten sowohl als Innovationsmotor als auch als wachsende Belastung für das Stromnetz. Damit Schweden eine führende KI-Nation werden kann, müssen wir den tatsächlichen Energieverbrauch von Rechenzentren besser verstehen.
Schwedische Rechenzentren zählen zu den energieeffizientesten weltweit und werden häufig anhand des PUE-Werts (Power Usage Effectiveness) gemessen. Dieser Wert gibt an, wie effizient ein Rechenzentrum die IT-Ausrüstung im Verhältnis zum Gesamtenergieverbrauch mit Energie versorgt. Allerdings sagt diese Kennzahl nichts darüber aus, wie viel Energie das Rechenzentrum tatsächlich erzeugt.
Wenn einzelne KI-Anlagen so viel Energie benötigen wie eine Kleinstadt, reicht es nicht aus zu wissen, dass Energie effizient genutzt wird – wir müssen verstehen, welche Anlagen die Energie effizient nutzen. Nutzen die pro Kilowattstunde erzeugt wird.
Hier wird das Konzept zu “Tokens pro Watt” Relevant. KI-Modelle verarbeiten Daten in kleinen Einheiten, sogenannten Tokens. Diese bilden sowohl die technischen Bausteine als auch die Grundlage für die Preisgestaltung von KI-Dienstleistungen. Durch die Messung der Token-Generierung pro verbrauchtem Watt erhalten wir ein konkretes Produktivitätsmaß. Es verknüpft den Energieverbrauch mit der tatsächlichen Leistung und ermöglicht den Vergleich verschiedener Rechenzentren, KI-Anwendungen und völlig unterschiedlicher Stromnutzungsarten. Vor allem aber liefert es uns eine Produktivitätskennzahl, um über Wert zu diskutieren.
Die schwedische Energiedebatte hat bereits begonnen, sich in diese Richtung zu entwickeln. Kommunen, Behörden und Unternehmen stellen zunehmend die Frage, welchen Gegenwert wir für jedes Megawatt erhalten. Dabei geht es nicht nur um den Wettbewerb um Strom. Rechenzentren können auch zum Energiesystem beitragen, beispielsweise durch die Einspeisung von Abwärme in Fernwärmenetze, als stabile und planbare Stromverbraucher und in manchen Fällen zur Lastverteilung im Stromnetz. Der Bericht des Schwedischen Unternehmensverbands unterstreicht die Notwendigkeit, besser zu verstehen, wie Strom genutzt wird und welchen Wert verschiedene Investitionen schaffen.
Wenn wir den Einsatz von KI mit dem Energieverbrauch verknüpfen können, lässt sich der wirtschaftliche und klimatische Einfluss konkreter berechnen. Wie hoch sind die Energiekosten eines KI-Dienstes? Welcher Wert wird pro Emissionseinheit geschaffen? Welche Anwendungen tragen tatsächlich zum gesellschaftlichen Nutzen bei? Dies ist entscheidend, da Rechenzentren nicht nur das Energiesystem, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit Schwedens beeinflussen.
Da Daten und Rechenleistung zu strategischen Ressourcen werden, gewinnt die Kontrolle über die digitale Infrastruktur zunehmend an Bedeutung. Der Standort von Rechenzentren beeinflusst letztlich Innovation, Sicherheit und digitale Souveränität – ein zentraler Aspekt der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit und Krisenvorsorge Schwedens.
Token pro Watt ersetzen nicht die traditionellen Kennzahlen wie PUE, sondern ergänzen sie, indem sie aufzeigen, was wir tatsächlich für die Energie erhalten. In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit und Energieverteilung gleichermaßen im Fokus stehen, kann dies zu einer wichtigen Kennzahl werden – nicht nur für Technologieunternehmen, sondern auch für Politiker, Behörden und Investoren.
Rechenzentren sind längst nicht mehr nur Serverräume. Sie sind Fabriken für die digitale Wertschöpfung. Und wie jede andere Fabrik müssen auch sie an ihrer Produktivität gemessen werden.
Über Schneider Electric
Schneider Electric ist ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich Energietechnologie und treibt Effizienz und Nachhaltigkeit voran, indem es Industrie, Unternehmen und Privathaushalte elektrifiziert, automatisiert und digitalisiert. Die Technologie des Unternehmens ermöglicht es Gebäuden, Rechenzentren, Fabriken, Infrastrukturen und Stromnetzen, als offene und vernetzte Ökosysteme zu funktionieren und so Leistung, Resilienz und Nachhaltigkeit zu stärken. Das Portfolio umfasst intelligente Geräte, softwaredefinierte Architekturen, KI-gestützte Systeme, digitale Services und Expertenberatung. Mit 160.000 Mitarbeitern und einem Netzwerk von 1 Million Partnern in über 100 Ländern zählt das Unternehmen zu den weltweit führenden Energieunternehmen. Schneider Electric wiederholt als eines der nachhaltigsten Unternehmen der Welt ausgezeichnet.








