Staatlich unterstützte Akteure nutzen KI nicht mehr ausschließlich zur Entwicklung von Schadsoftware. Laut einem neuen Bericht von TrendAI werden KI-Agenten ab dem ersten Halbjahr 2026 Teile der Angriffe selbst ausführen, darunter die autonome Kartierung von Netzwerken und die Navigation zwischen Systemen.
Dem Bericht zufolge: Wie APTs das Vertrauen im Zeitalter der KI als Waffe einsetzen Künstliche Intelligenz hat sich von einem einzelnen Werkzeug zu einem zentralen Element in mehreren Phasen der Angriffskette entwickelt. Zwischen Januar und Juni 2026 war die Technologie in mehr Phasen staatlich geförderter Cyberangriffe präsent als in jedem anderen zuvor erfassten Sechsmonatszeitraum. TrendAI ist gefolgt.
Diese Entwicklung ist relevant für schwedische Organisationen, die von internationalen Lieferketten, Cloud-Diensten und vernetzter Infrastruktur abhängig sind. Angriffe auf Behörden, die Verteidigungsindustrie, Technologieanbieter und kritische Infrastrukturen könnten in Schweden weitreichende Folgen haben.
– Künstliche Intelligenz hat sich von einem Hilfswerkzeug für Angreifer zu einem in die Operation selbst integrierten Teammitglied entwickelt., sagt Robert McArdle, Direktor für Cyberkriminalitätsforschung bei TrendAI. Wir beobachten, wie staatlich unterstützte Akteure die Netzwerkkartierung und -verfolgung an einen KI-Agenten übergeben, der generative Modelle nutzt, um Schadsoftware schrittweise weiterzuentwickeln – ähnlich wie ein Entwickler neuen Code veröffentlicht. Verteidiger müssen nun davon ausgehen, dass der Angreifer auf der anderen Seite eines Eindringversuchs nicht unbedingt eine Person ist, die Befehle eingibt, sondern ein System, das einen Plan ausführt.
Der Bericht zeigt unter anderem Folgendes:
- Akteure mit Verbindungen zu China nutzten generative KI, um ihre Angriffsmethoden zu verbessern und Schadsoftware zu entwickeln. In einem Fall kartierte und bewegte sich ein KI-Agent selbstständig in einem kompromittierten Netzwerk.
- Die mit Russland verbundene Gruppe Pawn Storm nutzte eine bis dahin unbekannte Sicherheitslücke in Microsoft Office aus und setzte ihre Angriffe gegen die Ukraine und ihre Partner im öffentlichen Sektor, im Verteidigungsbereich und in der Entwicklungshilfe fort.
- Mit Nordkorea verbundene Akteure nutzten kommerzielle KI-Dienste und manipulierten ein gängiges Softwarepaket, um Entwickler und Unternehmen weiter unten in der Lieferkette zu erreichen.
- Nur wenige Tage nach Bekanntwerden einer neuen Sicherheitslücke suchten Akteure mit Verbindungen zum Iran nach anfälligen Ivanti-Systemen. Andere Akteure griffen internetfähige Betriebstechnologien an.
Der Bericht zeigt außerdem, dass sowohl bekannte als auch bisher unbekannte Sicherheitslücken kurz nach ihrer Veröffentlichung ausgenutzt werden. Gleichzeitig bleiben Lieferketten, Cloud-Plattformen und vernetzte Industriesysteme attraktive Ziele. Darüber hinaus ermöglicht eine neue Methode, ADINT, das Sammeln von Standort- und Gerätedaten über digitale Werbeauktionen, ohne Schadsoftware zu installieren.
Für schwedische Unternehmen unterstreicht diese Entwicklung die Notwendigkeit eines schnellen Schwachstellenmanagements, einer besseren Kontrolle externer Lieferanten und einer verstärkten Überwachung von Identitäten, Cloud-Umgebungen und vernetzten Systemen.








