Künstliche Intelligenz (KI) treibt Cyberangriffe voran und benötigt dabei immer weniger menschliche Steuerung. Der neue KI-Sicherheitsbericht 2026 von Check Point Research zeigt, dass KI mittlerweile große Teile eines Angriffs selbstständig durchführen kann. Gleichzeitig hat sich die Zeitspanne zwischen der Entdeckung einer Sicherheitslücke und deren Ausnutzung von Tagen auf wenige Stunden verkürzt.
Im vergangenen Jahr haben Forscher einen deutlichen Wandel in der Nutzung von KI durch Cyberkriminelle beobachtet. Früher wurde die Technologie hauptsächlich zur Planung von Angriffen oder zur Erstellung von Schadcode eingesetzt. Heute kann KI große Teile des Angriffs selbst durchführen: von der Identifizierung von Schwachstellen und dem Eindringen in Netzwerke bis hin zur Analyse gestohlener Informationen und der Fortsetzung des Angriffs ohne ständige Kontrolle durch einen Angreifer.
Der Bericht basiert auf realen Vorfällen, Telemetriedaten und unseren eigenen Analysen. Check Point Research. Eines der bekanntesten Beispiele ist ein Angriff auf neun mexikanische Regierungsbehörden, bei dem ein Angreifer zwei kommerzielle KI-Tools kombinierte, um in 34 verschiedenen Angriffssitzungen über 5.300 KI-generierte Befehle auszuführen.
Die neue Studie zeigt auch, wie rasant sich die Bedrohungslandschaft verändert. Die Zeitspanne zwischen der Entdeckung einer neuen Sicherheitslücke und der Entwicklung eines funktionierenden Angriffs hat sich auf wenige Stunden verkürzt. Gleichzeitig hat die Zahl fortgeschrittener sogenannter Prompt-Injection-Angriffe – bei denen Angreifer versuchen, KI-Systeme durch versteckte Anweisungen zu manipulieren – bis 2026 stark zugenommen. KI ist somit zu einer neuen Angriffsfläche geworden, die Unternehmen genauso schützen müssen wie Netzwerke, Cloud-Dienste und Benutzerkonten.
Ein weiterer klarer Trend ist die abnehmende Zuverlässigkeit traditioneller Methoden zur Identitätsprüfung. Künstliche Intelligenz kann mittlerweile äußerst überzeugende Stimmen, Gesichter, Dokumente und Videos erstellen, sodass visuelle Kontrollen als Sicherheitsmaßnahme nicht mehr ausreichen. Zudem hat sich die Anzahl risikoreicher Interaktionen mit KI-Diensten in Unternehmen innerhalb eines Jahres verdoppelt. Laut Bericht erfolgt die größte Offenlegung sensibler Daten nicht durch Angriffe, sondern dadurch, dass Mitarbeiter mehr Unternehmensdaten preisgeben, als ihnen bewusst ist, und zwar mithilfe genehmigter KI-Tools.
– Vor einem Jahr beschrieben wir KI als ein Werkzeug, das Angreifer effektiver macht., sagt Lotem Finkelstein, Vizepräsident, Check Point Research. Was wir heute beobachten, ist deutlich weitreichender. Künstliche Intelligenz (KI) beteiligt sich aktiv an Angriffen und kann Aufgaben übernehmen, für die früher ein ganzes Team erfahrener Angreifer nötig war. Die Hemmschwelle für fortgeschrittene Cyberangriffe sinkt rapide, und Verteidiger können nicht länger davon ausgehen, dass hinter jedem Schritt ein Mensch steht. Erfolgreich werden diejenigen Organisationen sein, die den Einsatz von KI kontrollieren, die von ihnen abhängigen KI-Systeme schützen und sich mit der Geschwindigkeit der sich entwickelnden Bedrohungen verteidigen können.
Der vollständige KI-Sicherheitsbericht 2026 von Check Point Research ist zum Lesen verfügbar unter Check Point Blog








