Büroangestellte in Schweden, Finnland und Dänemark berichten von erheblichen Lücken in den internen Richtlinien für den Einsatz von KI am Arbeitsplatz. Eine neue Studie im Auftrag des KI- und Datentransformationsunternehmens Solita zeigt, dass Organisationen mit klaren KI-Richtlinien und hoher Compliance KI auch häufiger im Arbeitsalltag einsetzen.
Der Bericht Wie KI das Arbeitsleben in den nordischen Ländern im Jahr 2026 verändern wird wurde von Kantar Media im Auftrag von Solita erstellt und umfasst mehr als 3.000 Büroangestellte in Schweden, Finnland und Dänemark. Die Umfrage zeigt, dass 14 Prozent der schwedischen Angestellten angeben, dass ihrem Arbeitgeber interne KI-Richtlinien fehlen. Der entsprechende Anteil beträgt 10 Prozent in Dänemark und 7 Prozent in Finnland. Gleichzeitig zeigt der Bericht, dass in Ländern, in denen die Mitarbeiter eher dazu neigen, die KI-Richtlinien des Unternehmens zu befolgen, auch KI häufiger im Arbeitsalltag eingesetzt wird.
Schweden hinkt seinen nordischen Nachbarn hinterher.
Schweden hinkt sowohl bei den KI-Richtlinien als auch bei deren Einhaltung hinterher. Nur 63 Prozent der schwedischen Büroangestellten geben an, die KI-Regeln ihres Arbeitgebers stets zu befolgen. In Finnland liegt der entsprechende Wert bei 68 Prozent und in Dänemark bei 71 Prozent.
Die Umfrage zeigt auch, dass die Kommunikation rund um KI-Richtlinien verbessert werden muss. Ganze 11 Prozent der schwedischen Angestellten wissen nicht einmal, ob ihr Arbeitgeber über KI-Richtlinien verfügt.
Die EU-KI-Regulierung erhöht die Anforderungen an Unternehmen
Die EU-KI-Richtlinie wurde ab 2025 schrittweise eingeführt und wird ab 2027 vollständig gelten. Für Arbeitgeber bedeutet dies einen erhöhten Kontrollaufwand hinsichtlich der Art und Weise der KI-Nutzung, der verwendeten Tools und der benötigten KI-Kenntnisse der Mitarbeiter.

“Viele schwedische Unternehmen haben sich darauf konzentriert, schnell mit KI zu beginnen, ohne die notwendigen Grundlagen zu schaffen. Die Folge ist, dass Mitarbeiter ohne klare Rahmenbedingungen experimentieren, was sowohl Sicherheitsrisiken als auch Unsicherheit darüber birgt, was am Arbeitsplatz tatsächlich akzeptabel ist. Mit zunehmender Verschärfung der Vorschriften wird der Mangel an Governance zu einem konkreten Geschäftsrisiko.”, sagt Rebecca Hammel, SVP KI- und Cloud-Entwicklung bei Solita Schweden.
Dänemark geht voran
Der Bericht stellt eine weit verbreitete Annahme in Frage: Klare KI-Richtlinien bremsen deren Einsatz nicht. Im Gegenteil, sie scheinen dazu beizutragen, dass mehr Menschen KI nutzen.
Dänemark weist unter den drei Ländern die höchste Compliance-Rate auf: 71 Prozent der Befragten geben an, die KI-Richtlinien ihres Arbeitgebers stets zu befolgen. Auch die Nutzung generativer KI ist in Dänemark am höchsten. Insgesamt nutzen 65 Prozent der Befragten generative KI am Arbeitsplatz, 24 Prozent sogar täglich.
Die entsprechenden Zahlen für Schweden lauten 53 bzw. 14 Prozent, für Finnland 62 bzw. 17 Prozent.
“Das ist das größte Missverständnis, das wir derzeit bei Führungskräften beobachten. Richtlinien werden oft als Entwicklungsbremse angesehen, doch die Umfrage zeigt das Gegenteil. Wenn Mitarbeiter wissen, was sie dürfen, trauen sie sich eher zu experimentieren und investieren Zeit, um die Tools richtig zu erlernen. Es ist die mangelnde Klarheit, nicht die Richtlinien selbst, die die Entwicklung tatsächlich hemmt.”, sagt Rebecca Hammel.
Finnland zeigt, wie schnell sich Entwicklungen ändern können.
Finnland zeigt, dass rasche Fortschritte möglich sind, wenn der KI-Governance Priorität eingeräumt wird. Innerhalb nur eines Jahres sank der Anteil der Beschäftigten, die angeben, dass in ihrem Unternehmen KI-Richtlinien fehlen, von 21 auf 7 Prozent – ein Rückgang um zwei Drittel.
Gleichzeitig ist der Anteil derjenigen, die sich stets an die KI-Richtlinien ihres Arbeitgebers halten, von 58 auf 68 Prozent gestiegen.
“Finnland zeigt, dass es sich hier nicht um ein strukturelles Problem handelt, dessen Lösung Jahre dauern wird, sondern um etwas, das sich schnell ändern kann, wenn dem Thema Priorität eingeräumt wird. Schwedische Unternehmen haben etwa ein Jahr Zeit, um aufzuholen, bevor die wichtigsten Teile der EU-KI-Verordnung vollständig umgesetzt werden”, sagt Rebecca Hammel.
Über die Umfrage
Der Bericht Wie KI das Arbeitsleben in den nordischen Ländern im Jahr 2026 verändern wird basiert auf einer Umfrage, die von Kantar Media im Auftrag von durchgeführt wurde. Solita zwischen dem 30. Oktober und dem 11. November 2025.
Insgesamt nahmen über 3.000 Büroangestellte in Schweden (n=1.037), Finnland (n=1.042) und Dänemark (n=1.019) teil. Die Umfrage wurde mithilfe national repräsentativer Online-Panels unter Personen im Alter von 20 bis 65 Jahren durchgeführt.
Der Bericht baut auf Solitas Die vorherige Umfrage fand 2024 in Schweden und Finnland statt. Die diesjährige Ausgabe umfasst Danm.








