Es wird viel über die hohe Wettbewerbsfähigkeit der schwedischen Industrie gesprochen, doch diese wird in den Fabriken selbst bestimmt. Wenn die Produktivität sinkt, die geopolitische Lage unsicher ist und der globale Wettbewerb zunimmt, reicht es nicht aus, lediglich die Kompetenzen zu steigern und die Vorschriften zu vereinfachen – die schwedische Industrie muss schneller und umfassender automatisieren, schreibt Susanne Dahl, Vizepräsidentin für Industrieautomation in den nordischen und baltischen Ländern bei Schneider Electric.
Nach der Finanzkrise hat sich das Produktivitätswachstum in der schwedischen Industrie deutlich verlangsamt. Laut dem schwedischen Industriearbeitgeberverband ist das Wachstum seit 2011 auf knapp über ein Prozent pro Jahr gesunken, während die Produktivität seit über einem Jahrzehnt praktisch stagniert.
Dies ist kein Randthema. Die Industrie trägt rund 20 Prozent zum schwedischen BIP bei und beschäftigt fast 200.000 Menschen in der Grundstoffindustrie. Wenn die Produktivität stagniert, sinken auch die Wettbewerbsfähigkeit und die schwedische Wirtschaft. Die Frage ist nicht, ob es ein Problem ist, sondern wie lange wir noch warten können.
Gleichzeitig dreht sich die Welt rasant. In unserem neuesten Bericht…, Globale autonome Reife, Führende Branchenvertreter weltweit heben die Automatisierung als direkten Wettbewerbsfaktor und wichtigen Treiber für höhere Produktivität hervor. Der Bericht zeigt auch, warum das Tempo entscheidend ist: 59 Prozent warnen vor höheren Betriebskosten bei verzögerter Implementierung, 52 Prozent verweisen auf zunehmenden Fachkräftemangel und 48 Prozent auf eine sinkende Wettbewerbsfähigkeit.
In einem andere Studie Das gleiche Muster ist deutlich erkennbar: Geschlossene Automatisierungssysteme verursachen hohe versteckte Kosten. Die Analyse zeigt, dass diese im Durchschnitt 7,5 Prozent des Umsatzes mittelständischer Industrieunternehmen ausmachen können.
Schweden sticht in dem Bericht besonders hervor – und zwar nicht im positiven Sinne. Ein Viertel der schwedischen Industrieunternehmen hat trotz der heutigen Bedeutung von Technologie als Wachstumsfaktor noch nicht mit der Automatisierung begonnen. Dies führt zu einer wachsenden und besorgniserregenden Lücke, nicht nur im Hinblick auf die industrielle Effizienz, sondern auch für unsere zukünftige Wettbewerbsfähigkeit.
Gleichzeitig besteht ein klares Bestreben, die schwedische Industrie zu stärken. Dies zeigt sich in der KI-Strategie und den Investitionen von Vinnova in strategische Technologie- und Innovationscluster. Der Fokus liegt jedoch weiterhin auf zukünftigen Rahmenbedingungen und Analysen, nicht auf der sofortigen Skalierung der Technologie.
Schweden läuft daher Gefahr, in einer langwierigen Implementierungsphase stecken zu bleiben. Wir verfügen über das Fachwissen, die Technologie und die Rahmenbedingungen, aber das Tempo des Wandels und der Implementierung ist zu langsam, insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen.
Um diesen Trend umzukehren und die Wettbewerbsfähigkeit der schwedischen Industrie zu stärken, ist eine klarere Ausrichtung auf die Umsetzung erforderlich:
Vom Pilotprojekt zur Serienproduktion und zur branchenweiten Skalierung. Um wirklich etwas zu bewirken, müssen Automatisierung, KI und digitale Lösungen flächendeckend in der Produktion eingesetzt werden, nicht nur in Tests und Einzelprojekten. Dies erfordert Investitionen und veränderte Arbeitsmethoden, bei denen Implementierung und Optimierung Vorrang vor weiteren Analysen und Machbarkeitsstudien haben.
Automatisierung zu einem strategischen Managementthema machen. Automatisierung darf nicht länger als rein technisches Thema betrachtet werden. Sie muss in die Geschäftsstrategie integriert werden und entscheidend für Entscheidungen über Investitionen, Fachkräftegewinnung und langfristige Wettbewerbsfähigkeit werden. Andernfalls wird die schwedische Industrie schnell an Boden verlieren.
Sicherstellen, dass die gesamte Wertschöpfungskette anpassungsfähig ist. Der größte Produktivitätseffekt ist branchenweit zu beobachten. Daher sind gezielte Maßnahmen, Kooperationen und Geschäftsmodelle erforderlich, die es auch kleineren Unternehmen ermöglichen, in fortschrittliche Technologien zu investieren und diese in ihrer Produktion einzusetzen.
Was heute fehlt, ist nicht die Technologie, sondern das Tempo. Wenn die schwedische Industrie ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken will, muss die Automatisierung jetzt Priorität haben – bei Investitionen, in der Produktion und entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Über Schneider Electric
Schneider Electric Schneider Electric ist ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich Energietechnologie und treibt Effizienz und Nachhaltigkeit voran, indem es Industrie, Unternehmen und Privathaushalte elektrifiziert, automatisiert und digitalisiert. Die Technologien des Unternehmens ermöglichen es Gebäuden, Rechenzentren, Fabriken, Infrastrukturen und Stromnetzen, als offene und vernetzte Ökosysteme zu funktionieren – und stärken so Leistung, Resilienz und Nachhaltigkeit. Das Portfolio umfasst intelligente Geräte, softwaredefinierte Architekturen, KI-gestützte Systeme, digitale Services und Expertenberatung. Mit 160.000 Mitarbeitern und einem Netzwerk von einer Million Partnern in über 100 Ländern zählt Schneider Electric regelmäßig zu den nachhaltigsten Unternehmen der Welt.








