Acronis Threat Research Unit (TRU) hat veröffentlicht Update zu Cyberbedrohungen für Juli 2026, Ein globaler Bedrohungsbericht, der auf Telemetriedaten von über einer Million Endgeräten weltweit basiert, zeigt, dass die globale Cyberbedrohungslage weiterhin angespannt ist, trotz eines leichten Rückgangs der Malware-Erkennungen im Juni.
Kritische Oracle-Schwachstelle rückte in den Mittelpunkt
Der prominenteste Vorfall des Monats war die kritische Zero-Day-Sicherheitslücke. CVE-2026-35273 in Oracle PeopleSoft PeopleTools.
Die Sicherheitslücke ermöglichte es Angreifern, Code ohne Authentifizierung aus der Ferne auszuführen und wurde aktiv ausgenutzt, bevor Oracle Sicherheitsupdates veröffentlichen konnte. Laut Acronis standen die Angriffe im Zusammenhang mit der Ransomware-Gruppe ShinyHunters, Berichten zufolge wurden rund 300 PeopleSoft-Installationen in über 100 Organisationen kompromittiert. Universitäten und andere Bildungseinrichtungen, in denen sensible Studenten-, Finanz- und Mitarbeiterdaten verarbeitet werden, waren besonders stark betroffen.
Oracle empfiehlt allen betroffenen Organisationen, die Sicherheitsupdates unverzüglich zu installieren und eine vollständige Überprüfung ihrer IT-Umgebungen durchzuführen, um sicherzustellen, dass Angreifer keinen langfristigen Zugriff erlangt haben.
Die Anzahl von Schadsoftware ist leicht zurückgegangen, die Bedrohungslage bleibt jedoch hoch.
Im Juni blockierte Acronis Malware auf 6,0 Prozent der überwachten Endgeräte, ein leichter Rückgang von 6,2 Prozent im Mai.
Trotz der positiven Entwicklung liegt das Niveau weiterhin deutlich über dem Jahresbeginn und stellt den vierthöchsten monatlichen Wert im analysierten Zeitraum dar. Der Bericht zeigt somit, dass die Cyberkriminalität nach wie vor ein historisch hohes Niveau erreicht hat.
Länder mit den meisten Malware-Entdeckungen
Die drei Länder, die im Juni den höchsten Prozentsatz an Malware-Erkennungen verzeichneten, waren:
- Palästina, 42,6 Prozent
- Vietnam, 32,1 Prozent
- Irak, 31,4 Prozent
Palästina und Vietnam verzeichneten im Vergleich zum Vormonat einen leichten Rückgang, während der Irak einen deutlichen Anstieg verzeichnete. Trotz dieser Veränderungen behaupteten alle drei Länder ihre Spitzenpositionen in der Statistik.
Phishing und schädliche URLs nehmen weiterhin zu.
URL-basierte Angriffe und Phishing-Kampagnen zählen weiterhin zu den häufigsten Angriffsmethoden.
Die höchsten Werte wurden in folgenden Ländern verzeichnet:
- Kolumbien
- Indien
- USA
- Brasilien
- Mexiko
Gleichzeitig wurden unter anderem in Neuseeland und Singapur deutliche Rückgänge verzeichnet, was zu einer im Vergleich zu den Vormonaten etwas stabileren globalen Entwicklung beitrug.
Datenlecks und Ransomware dominieren weiterhin.
Acronis stellt fest, dass über 705 öffentlich gemeldete Datenschutzverletzungen wurde im Juni registriert.
Unterdessen zielen Ransomware-Gruppen weiterhin auf private und öffentliche Organisationen ab. Die Kombination aus Datendiebstahl, Erpressung und Ausnutzung kritischer Sicherheitslücken zeigt, dass Angreifer sich zunehmend auf Organisationen konzentrieren, bei denen Ausfallzeiten und Datenverluste erhebliche finanzielle Folgen haben.
Acronis empfiehlt mehrschichtigen Schutz.
Um das Risiko von Eindringversuchen zu reduzieren, empfiehlt Acronis einen Sicherheitsansatz, der auf mehreren Schutzebenen basiert.
Zu den wichtigsten Maßnahmen zählt das Unternehmen:
- KI- und verhaltensbasierte Bedrohungserkennung
- Schutz vor Ransomware
- E-Mail-Sicherheit und URL-Filterung
- XDR für Überwachung und Vorfallmanagement
- Schnelle Installation von Sicherheitsupdates
- Kontrolle über die Nutzung generativer KI-Dienste zur Reduzierung des Risikos von Datenlecks
Acronis betont, dass moderne Cyberangriffe immer ausgefeilter werden und dass Unternehmen präventive Sicherheitsmaßnahmen mit kontinuierlicher Überwachung und schneller Reaktion kombinieren müssen, um die Folgen künftiger Angriffe zu minimieren.








