Die Mehrheit der befragten Sicherheitsverantwortlichen ist der Ansicht, dass das Management die von Mitarbeitern ausgehenden Cyberrisiken nicht vollständig versteht. Gleichzeitig macht KI Social-Engineering-Angriffe glaubwürdiger, skalierbarer und schwerer erkennbar.
78 Prozent der CISOs, die an einer kürzlich durchgeführten Umfrage teilgenommen haben, glauben, dass leitende Entscheidungsträger das mit Mitarbeitern verbundene Cyberrisiko nicht vollständig verstehen.
Die Umfrage wurde von dem Cybersicherheitsunternehmen in Auftrag gegeben. MetaCompliance und wurde von Censuswide durchgeführt. Sie umfasst 200 CISOs in Unternehmen mit mindestens 250 Mitarbeitern in Schweden, Großbritannien, Frankreich und Deutschland, mit 50 Teilnehmern aus jedem Land.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass MetaCompliance über eine Diskrepanz zwischen den Risiken, denen Organisationen ausgesetzt sind, und der Unterstützung, Verantwortung und dem gemeinsamen Verständnis, die für deren Bewältigung erforderlich sind.
KI verstärkt Angriffe auf Mitarbeiter
Künstliche Intelligenz verändert die Landschaft der sozialen Manipulation. Angreifer können die Technologie nutzen, um überzeugendere Phishing-Versuche, Identitätsdiebstähle und betrügerische Nachrichten in großem Umfang zu erstellen.
Der Fokus der Angriffe verlagert sich daher immer mehr auf das Urteilsvermögen und die Handlungen der Mitarbeiter, anstatt ausschließlich auf technische Schwachstellen.
Fast die Hälfte der Teilnehmer, die sich hinsichtlich der Widerstandsfähigkeit ihrer Organisation gegenüber Cyberangriffen weniger sicher fühlen als noch vor zwölf Monaten, nennt fortgeschrittenere KI-basierte Angriffe durch Social Engineering als Hauptgrund.
Mehr als vier von zehn Teilnehmern befürchten zudem, dass KI sowohl die Geschwindigkeit als auch die Folgen solcher Angriffe verstärken wird.
Mitarbeiter wurden als größtes Risiko identifiziert.
68 Prozent der befragten CISOs sehen in den Mitarbeitern das größte Sicherheitsrisiko für das Unternehmen.
Laut MetaCompliance zeigen die Ergebnisse, wie KI Risiken verstärken kann, die bereits auf menschlicher Ebene bestehen. Beispielsweise können Mitarbeiter dazu verleitet werden, Informationen preiszugeben, eine Zahlung zu genehmigen oder schädliche Dateien zu öffnen.
Die Studie identifiziert auch Risiken, die mit dem Einsatz von KI in Organisationen verbunden sind:
- 40 Prozent befürchten, dass Mitarbeiter sensible Informationen mit generativen KI-Diensten teilen könnten.
- 41 Prozent befürchten, dass böswillige Personen innerhalb der Organisation KI für Betrug, Cyberkriminalität oder Datendiebstahl missbrauchen werden.
- Fast ein Viertel der Befragten sieht die Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegen KI-basierte soziale Manipulation als einen Schwerpunktbereich in den nächsten zwölf Monaten.
Die Besorgnis über Deepfake-Angriffe war in Großbritannien besonders groß: Mehr als die Hälfte der britischen Befragten stuften solche Angriffe als eine erhebliche Bedrohung für ihr Unternehmen ein – der höchste Wert unter den untersuchten Märkten.
Die Unterstützung durch das Management lässt mit der Zeit nach.
Gleichzeitig geben 79 Prozent der Teilnehmer an, dass die Unterstützung des Managements für Initiativen zur Sensibilisierung für IT-Sicherheit tendenziell mit der Zeit abnimmt.
76 Prozent berichten zudem von Schwierigkeiten bei der Erfüllung der Anforderungen verschiedener Interessengruppen hinsichtlich der Messung des menschlichen Cyberrisikos. Fast ein Viertel gibt an, dass die Koordination zwischen den verschiedenen Unternehmensfunktionen zu den Bereichen gehört, in denen sie sich am wenigsten sicher fühlen.
Die Ergebnisse legen nahe, dass von vielen Sicherheitsmanagern erwartet wird, Risiken zu managen, ohne dass eine klare gemeinsame Verantwortung oder ein langfristiges Engagement seitens des Unternehmensmanagements besteht.
James Mackay, CEO von MetaCompliance, ist der Ansicht, dass das menschliche Cyberrisiko nicht länger allein als eine Frage der Aufklärung und des Sicherheitsbewusstseins betrachtet werden kann.
Laut Mackay muss das Gebiet stattdessen als strategisches Geschäftsrisiko behandelt werden, mit klareren Zuständigkeiten, besserer Koordination zwischen den verschiedenen Interessengruppen und langfristiger Unterstützung durch das Management.
Von regelmäßigen Schulungen bis hin zum fortlaufenden Risikomanagement
Da es immer schwieriger wird, KI-generierte Inhalte von legitimer Kommunikation zu unterscheiden, reichen laut MetaCompliance einmalige oder wiederkehrende Schulungen nicht mehr aus.
Stattdessen müssen Organisationen kontinuierlich an den Risiken arbeiten, die mit dem Verhalten ihrer Mitarbeiter verbunden sind. MetaCompliance verweist auf Verhaltensanalysen, kontextbezogene Leitlinien und gezielte Interventionen, sobald Risikosituationen tatsächlich auftreten.
Ziel ist es, den Mitarbeitern zu helfen, bessere Sicherheitsentscheidungen in einer Situation zu treffen, in der KI-basierte Angriffe immer überzeugender und schwieriger zu erkennen werden.
Über die Umfrage
Die Umfrage wurde durchgeführt von Volkszählungsweit im Namen von MetaCompliance. Insgesamt nahmen 200 CISOs über 30 Jahre aus Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern teil.
Die Teilnehmer waren gleichmäßig verteilt zwischen Schweden, Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Die Datenerhebung fand zwischen dem 17. und 23. Februar 2026 statt.
Censuswide ist Mitglied der Market Research Society und des British Polling Council und hat die Global Data Quality Pledge unterzeichnet.
