Neue Forschungsergebnisse von Barracuda Research zeigen, wie schnell moderne E-Mail-Angriffe zu umfassenden Sicherheitsvorfällen eskalieren können. In einer kontrollierten Simulation, die vom Red Team von Barracuda durchgeführt wurde, führte eine einzige Phishing-E-Mail innerhalb von nur fünf Minuten zu Identitätsdiebstahl, Umgehung der Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA), dauerhaftem Zugriff und Kompromittierung von Geräten.
Die Ergebnisse werden im Zusammenhang mit der Markteinführung der KI-gestützten integrierten E-Mail-Schutzlösung von Barracuda präsentiert, die einen effektiven Schutz vor einer sich schnell verändernden Bedrohungslandschaft bieten soll.
„Diese Forschung zeigt, wie KI sowohl die Geschwindigkeit als auch die Komplexität von Cyberangriffen erhöht. Durch die Kombination von KI-generierten Phishing-, Session-Hijacking- und Social-Engineering-Techniken können Angreifer innerhalb weniger Minuten von einer überzeugenden E-Mail zur Kompromittierung eines Kontos gelangen.“, sagt Kristian Lundstrom, Lösungsarchitekt bei Barracuda Networks.
„Organisationen müssen davon ausgehen, dass einige Phishing-E-Mails die Benutzer erreichen und sich daher auf mehrschichtigen Schutz, kontinuierliche Überwachung und schnelle Reaktion konzentrieren, um Angriffe zu stoppen, bevor sie sich ausweiten“, fährt er fort.
So verlief der Angriff:
- Das Red Team von Barracuda nutzte generative KI, um eine glaubwürdige Phishing-E-Mail mit einer dringenden Anfrage nach einem Dokument zu erstellen.
- Die E-Mail wurde dem Empfänger zugestellt, der sie 21 Minuten später öffnete und auf einen Link zu einer gefälschten Anmeldeseite klickte, die Microsoft nachempfunden war.
- Innerhalb von 60 Sekunden hatte der Benutzer seine Anmeldedaten eingegeben. Die Angreifer hatten den Anmeldevorgang umgeleitet, um die zwischen dem Benutzer und Microsoft ausgetauschten Informationen abzufangen.
- Nachdem Microsoft eine MFA-Anfrage gesendet hatte, dauerte es eine weitere Minute, bis der Benutzer die Verifizierung abgeschlossen hatte. Auch diese Information wurde von den Angreifern erfasst.
- Innerhalb von zwei Minuten nach dem Klick hatten die Angreifer Zugriff auf Benutzernamen und Passwörter, Sitzungsdaten und Authentifizierungs-Cookies.
- Mithilfe der gestohlenen Sitzung erlangten die Angreifer Zugriff auf das E-Mail-Konto des Benutzers. Sie konnten im Namen des Benutzers E-Mails lesen und versenden, auf SharePoint und OneDrive zugreifen, Regeln im Posteingang erstellen, um ihre Aktivitäten zu verbergen, und schädlichen Anwendungen den Zugriff auch nach Ablauf der Sitzung ermöglichen.
- Bei einem sogenannten ClickFix-Betrug wurde der Nutzer aufgefordert, einen zusätzlichen Verifizierungsschritt durchzuführen. Nach dem Einfügen eines Codes wurde ein Schadprogramm aktiviert, das sich unbefugten Zugriff auf das System verschaffte.
- Innerhalb von fünf Minuten nach dem ersten Klick hatten die Angreifer dauerhaften Zugriff auf die Umgebung erlangt, was es ihnen ermöglichte, zurückzukehren, den Zugriff auszuweiten und zusätzliche Schadsoftware zu installieren.
- Der Angriff kann sich dann schnell weiterentwickeln, beispielsweise durch erweiterte Berechtigungen, Datendiebstahl, Verschlüsselung oder Sabotage, die alle durch die ursprüngliche Phishing-E-Mail ermöglicht werden.
„Angreifer nutzen weit verbreitete KI und fortschrittliche Methoden, um herkömmliche Schutzmaßnahmen zu umgehen und ihre Angriffe durchzuführen. Unsere Simulation zeigt, wie schnell sie sich in einer Umgebung einnisten und den Zugriff aufrechterhalten können. Dies unterstreicht die dringende Notwendigkeit einer kontinuierlichen, automatisierten E-Mail-Sicherheit in Echtzeit, die Bedrohungen auch dann noch erkennen und stoppen kann, wenn diese den Posteingang erreichen.“, sagt Merium Khalid, Direktor für KI und Automatisierung im Büro des CTO bei Barracuda.
Wie Organisationen ihren Schutz stärken können
Einzelne Sicherheitsmaßnahmen reichen nicht aus, um moderne, KI-gestützte, mehrstufige E-Mail-Angriffe zu stoppen. Unternehmen benötigen einen mehrschichtigen Schutz, der während des gesamten Angriffsablaufs kontinuierlich aktiv ist.
Wichtige Maßnahmen umfassen:
- Phishing-resistente MFA-Lösungen, wie z. B. Sicherheitsschlüssel
- Erweiterter E-Mail-Sicherheitsschutz mit Echtzeit-Erkennung
- Starke E-Mail-Authentifizierung, wie z. B. DMARC
- Aufklärung der Nutzer über sich wandelnde Methoden der sozialen Manipulation
- Einschränkung des Zugangs zu Werkzeugen, die häufig von Angreifern ausgenutzt werden
Die Sicherheitsteams sollten auch auf ungewöhnliche Anmeldevorgänge achten, wie z. B. ungewöhnlicher Ort, ungewöhnliches Gerät oder ungewöhnliche Uhrzeit, verdächtiges Verhalten nach der Anmeldung und Anzeichen für fortgesetzten unberechtigten Zugriff, wie z. B. neue Posteingangsregeln oder geplante Aktivitäten.
Weitere Informationen finden Sie unter Barracudas Blog.








