Laut einem neuen Bericht ist mittlerweile jede dritte E-Mail unerwünscht oder schädlich. Barracuda Networks. Gleichzeitig treiben KI und Phishing-as-a-Service einen starken Anstieg fortgeschrittener Phishing-Angriffe und Kontoübernahmen voran.
Im Bericht E-Mail-Bedrohungsbericht 2026 Die Grafik zeigt, wie sowohl Umfang als auch Genauigkeit von Phishing-Angriffen zunehmen. Eine wichtige Erklärung dafür ist ”Phishing-as-a-Service”, das aktuell in 90 Prozent der groß angelegten Kampagnen eingesetzt wird. Zusammen mit KI-gestützter Manipulation sozialer Medien ermöglicht dies Angreifern ein systematischeres Vorgehen und erhöht gleichzeitig ihre Erfolgswahrscheinlichkeit.
Angreifer ändern Taktik
Gleichzeitig verändern sich die Angriffsmethoden. Anstelle herkömmlicher Anhänge nutzen Angreifer zunehmend Links, die oft in Dokumente eingebettet oder über QR-Codes präsentiert werden und zu schädlichen Webseiten führen. Laut dem Bericht enthalten 70 Prozent der schädlichen PDF-Dateien QR-Codes mit Links zu Phishing-Seiten.
Der Bericht zeigt außerdem, dass Angreifer zunehmend gehackte E-Mail-Konten ausnutzen. Indem sie Nachrichten von legitimen Absendern versenden, können sie viele Sicherheitsprüfungen umgehen und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass der Empfänger dem Inhalt vertraut.
Gleichzeitig berichten 34 Prozent der Unternehmen, dass sie jeden Monat mindestens einmal Opfer eines Account-Hijackings werden.
Die Analyse basiert auf globalen Daten ab Januar 2026 und umfasst über 3,1 Milliarden E-Mails. Sie zeigt unter anderem Folgendes:
• Jede dritte E-Mail ist schädlich oder unerwünschter Spam.
• 48 Prozent aller schädlichen E-Mails sind Phishing-E-Mails
• 34 Prozent der Unternehmen erleben monatlich mindestens einen Account-Hijacking-Angriff.
• Mehr als 10 Prozent der HTML-Anhänge sind schädlich
• 70 Prozent der schädlichen PDF-Dateien enthalten QR-Codes, die zu Phishing-Websites führen.
• 90 Prozent der groß angelegten Phishing-Kampagnen nutzen Phishing-as-a-Service.
E-Mail bleibt ein wichtiges Instrument
– E-Mail ist nicht mehr nur ein Kommunikationskanal, sondern entscheidend für die Verwaltung von Identitäten, den Aufbau von Vertrauen und die Führung von Unternehmen., sagt Merium Khalid, Direktorin für offensive Sicherheit im SOC, Büro des CTO bei Barracuda Networks.
„Da Angreifer Phishing mithilfe von KI und servicebasierten Tools industrialisieren, müssen sich die Abwehrmaßnahmen im gleichen Tempo weiterentwickeln. Unternehmen, die einen Schritt voraus sein wollen, priorisieren integrierte E-Mail-Sicherheit neben Identitätsschutz und automatisierten Maßnahmen als Teil einer umfassenderen Strategie zur Abwehr von Angriffen.“.
– Wenn Präventivmaßnahmen, schnelle Erkennung und automatisiertes Vorfallmanagement zusammenarbeiten, können Unternehmen Risiken reduzieren, die Auswirkungen kompromittierter Konten begrenzen und den Betrieb auch bei zunehmenden Bedrohungen aufrechterhalten.
KI und Phishing-as-a-Service verändern die Bedrohungslandschaft
Der zunehmende Einsatz von KI in der Cyberkriminalität führt dazu, dass Phishing-Angriffe glaubwürdiger, automatisierter und schwerer zu erkennen werden. Früher konnten Tippfehler, allgemeine Formulierungen und mangelhafte Sprachkenntnisse Angriffe aufdecken. Mit generativer KI können Angreifer nun professionelle und personalisierte E-Mails in mehreren Sprachen mit hoher Präzision erstellen.
Gleichzeitig ermöglicht Phishing-as-a-Service auch technisch weniger versierten Akteuren die Durchführung komplexer Angriffe. Fertige Plattformen werden über kriminelle Foren angeboten, wo Angreifer Zugriff auf Phishing-Kits, automatisierte Kampagnen, gefälschte Anmeldeseiten und Tools zur Umgehung von Sicherheitsfiltern erhalten.
Diese Entwicklung bedeutet, dass Unternehmen den Schutz von Identitäten, Cloud-Diensten und E-Mail-Plattformen wie Microsoft 365 und Google Workspace verstärken müssen. Gleichzeitig weisen Sicherheitsexperten darauf hin, dass Zero-Trust-Strategien, Multi-Faktor-Authentifizierung und KI-basierte Bedrohungserkennung immer wichtiger werden, um Risiken zu minimieren.
Was bedeutet das für schwedische Unternehmen?
Für schwedische Unternehmen bedeutet diese Entwicklung, dass E-Mail-Sicherheit nicht länger als isoliertes IT-Problem behandelt werden kann. Da KI zur Automatisierung von Social Engineering und Phishing eingesetzt wird, steigt der Bedarf an integrierten Sicherheitsplattformen, kontinuierlicher Überwachung und Schulungen für die Nutzer.
Besonders gefährdet sind Organisationen im öffentlichen Sektor, im Finanzwesen, im Bildungsbereich und im Gesundheitswesen, wo täglich große Mengen an Identitätsdaten und geschäftskritischen Informationen verarbeitet werden.
Was bedeutet das für Managed Service Provider (MSPs) in den nordischen Ländern?
Für Managed Service Provider (MSPs) und Sicherheitspartner in den nordischen Ländern steigt die Nachfrage nach Managed Detection and Response (MDR), Security Operations Center (SOC), Identitätsschutz und automatisiertem Incident Management. Unternehmen suchen zunehmend nach Komplettlösungen, die E-Mail-Sicherheit, KI-gestützte Analysen und Schutz vor Kontoübernahmen kombinieren.
Es schafft außerdem neue Geschäftsmöglichkeiten für Anbieter von Cybersicherheitslösungen und Managed Services.
Risiken und Chancen
Zu den Risiken zählen vermehrte Cyberangriffe, Identitätsdiebstahl, Betriebsunterbrechungen und Finanzbetrug. Gleichzeitig eröffnen diese Entwicklungen Chancen für Unternehmen, die in moderne Cybersicherheit, Automatisierung und KI-basierte Verteidigungslösungen investieren.
Unternehmen, die proaktiv an Sicherheitsstrategien und Identitätsschutz arbeiten, werden angesichts der sich ständig weiterentwickelnden Bedrohungslandschaft voraussichtlich deutlich besser aufgestellt sein.








