Das FBI und die US-amerikanische Cybersicherheitsbehörde CISA warnen davor, dass russische Cyberkriminelle ihre Angriffe auf Signal-Nutzer weiterentwickelt haben. Anstatt lediglich Konten zu übernehmen, versuchen die Angreifer nun, an die Backup-Wiederherstellungsschlüssel der Nutzer zu gelangen, wodurch sie Zugriff auf frühere, verschlüsselte Konversationen erhalten könnten.
Das FBI und die CISA haben ihre Sicherheitswarnung vom März 2026 zu gezielten Phishing-Angriffen auf Nutzer des verschlüsselten Messengerdienstes Signal aktualisiert. Laut den Behörden hat sich die Kampagne weiterentwickelt und zielt nun darauf ab, die Backup-Schlüssel der Nutzer anstatt Verifizierungscodes oder PINs zu stehlen.

Darin Das FBI veröffentlicht eine aktualisierte Warnung. dass die russischen Cyberakteure sich weiterhin als Unterstützungsteam von Signal ausgeben, ihre Methoden aber deutlich fortschrittlicher geworden sind.
“RIS-Cyberbedrohungsakteure geben sich weiterhin als automatisierte Signal-Supportkonten aus, haben aber ihre Taktiken weiterentwickelt, um an die Backup-Schlüssel der Opfer zu gelangen”, schreibt das FBI.
Die Kampagne zielt auf vorrangige Ziele ab.
Laut FBI zielen die Angriffe vor allem auf Personen mit hohem Informationswert ab, darunter:
- Aktuelle und ehemalige US-amerikanische und internationale Regierungsbeamte
- Militärpersonal
- Politiker
- Journalisten
- Schlüsselfiguren mit Verbindungen zur Ukraine
Die Behörden bringen die Kampagne mit russischen Geheimdiensten in Verbindung, darunter Akteure des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, Grenzschutzbeamte und andere Gruppen, die für das russische Militär arbeiten. Die Kampagne wird öffentlich unter folgenden Bezeichnungen verfolgt: UNC5792 Und UNC4221.
Neue Phishing-Methode nutzt Signal-Backups aus
Die neue Angriffsmethode basiert darauf, Benutzer dazu zu verleiten, die sichere Cloud-Backup-Funktion von Signal selbst zu aktivieren.
Die Opfer erhalten zunächst eine gefälschte Nachricht, die angeblich vom Signal-Support stammt. In der Nachricht wird behauptet, dass Signal führt die obligatorische Zwei-Faktor-Authentifizierung ein, nachdem es in Iran und den postsowjetischen Staaten zu einer massiven Angriffswelle von Hackern gekommen war.
Der Benutzer wird dann aufgefordert, die Datensicherung zu aktivieren und seine Backup-Wiederherstellungsschlüssel, der eindeutige Wiederherstellungsschlüssel, der zum Verschlüsseln der Sicherung verwendet wird.
Signal-Backups sind durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt und können nur mit diesem Schlüssel wiederhergestellt werden. Gelangt der Schlüssel in falsche Hände, könnte ein Angreifer das Backup auf seinem eigenen Gerät wiederherstellen und Zugriff auf frühere Nachrichten, Fotos und andere gespeicherte Informationen erlangen.
Die Angreifer fordern den Wiederherstellungsschlüssel an
Nachdem die Datensicherung erstellt wurde, wird dem Opfer eine neue Phishing-Nachricht zugesendet.
Diesmal behaupten die Angreifer, dass die Daten des Nutzers aufgrund eines Synchronisierungsfehlers gefährdet seien. Um Datenverlust zu vermeiden, wird dem Nutzer empfohlen, die Sicherungseinstellungen zu öffnen, seinen Sicherungswiederherstellungsschlüssel zu kopieren und ihn in die Nachricht einzufügen.
Wenn der Benutzer den Anweisungen folgt, erhalten die Angreifer Zugriff auf den Wiederherstellungsschlüssel und können die Sicherung auf ihren eigenen Geräten wiederherstellen. Dadurch können sie frühere private Unterhaltungen, Gruppenchats und geteilte Medien lesen, ohne in das Gerät eindringen zu müssen. Signale Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.
Nach einem Kompromittierungsversuch ist ein neuer Wiederherstellungsschlüssel erforderlich.
Das FBI hebt außerdem ein wichtiges Detail hervor, das viele Nutzer nach der Kompromittierung ihres Kontos zu übersehen drohen.
Hat ein Angreifer bereits einen Backup-Wiederherstellungsschlüssel erlangt, wird dieser nicht automatisch ungültig, nur weil der Benutzer ein neues Signal-Konto mit derselben Telefonnummer registriert.
Um zukünftige Backups zu schützen, muss der Benutzer stattdessen einen völlig neuen Wiederherstellungsschlüssel über die Backup-Einstellungen von Signal generieren. Dadurch wird der vorherige Schlüssel für zukünftige Backups ungültig.
Gleichzeitig betonen die Behörden, dass ein neuer Wiederherstellungsschlüssel keine Auswirkungen auf Backups hat, die die Angreifer bereits mit dem kompromittierten Schlüssel heruntergeladen haben.
FBI-Empfehlungen
FBI Und CISA fordert Signal-Nutzer dringend auf, besonders wachsam gegenüber Nachrichten zu sein, die angeblich vom Support stammen.
Die Behörden weisen darauf hin, dass legitime Unterstützungsteams niemals:
- fordert Verifizierungscodes oder Wiederherstellungsschlüssel per Nachricht an.,
- fordert Benutzer auf, ihren Backup-Wiederherstellungsschlüssel mitzuteilen.,
- Kontaktiert Nutzer über inoffizielle E-Mail-Adressen,
- sendet Links, über die Benutzer aufgefordert werden, ihre Konten zu verifizieren oder wiederherzustellen.
Die wichtigste Empfehlung lautet daher, Ihren Backup-Wiederherstellungsschlüssel niemals an Dritte weiterzugeben. Er ist der einzige Schlüssel zu Ihrem Backup-Wiederherstellungsschlüssel. Signale verschlüsselt Es werden Sicherungskopien erstellt und jeder, der darauf stößt, hat vollen Zugriff auf die gesicherten Konversationen.








