ChatGPT-Phishing-Angriffe sind seit der Veröffentlichung des aktuellen Brand Phishing Reports für das zweite Quartal 2026 durch das IT-Sicherheitsunternehmen Check Point Software in den Fokus gerückt. Der Bericht zeigt, dass Microsoft weiterhin die am häufigsten imitierte Marke bei Phishing-Angriffen ist und fast 23 Prozent aller identifizierten Versuche ausmacht. Gleichzeitig schafft es ChatGPT erstmals unter die Top Ten, was einen deutlichen Wandel markiert.
Cyberkriminelle nutzen weiterhin das Vertrauen der Menschen aus. Bekannte Marken werden als digitale Tarnung missbraucht, um Nutzer zur Preisgabe von Anmeldedaten, Zahlungsinformationen und anderen sensiblen Daten zu verleiten. Im Berichtszeitraum entfielen 22,6 Prozent aller erfassten Phishing-Kampagnen auf Microsoft, gefolgt von LinkedIn mit 11,6 Prozent, Google mit 6,7 Prozent, Apple mit 5,8 Prozent und Amazon mit 5,2 Prozent. Zusammen waren diese fünf Marken für mehr als die Hälfte aller von Check Point Research in diesem Zeitraum erfassten markenbezogenen Phishing-Aktivitäten verantwortlich.
Die wichtigste Neuigkeit des Berichts ist, dass ChatGPT erstmals zu den zehn am häufigsten imitierten Marken zählt. Bei einem der analysierten Angriffe wurden gefälschte E-Mails verschickt, die scheinbar von ChatGPT Plus stammten und behaupteten, eine Zahlung sei fehlgeschlagen. Der Empfänger wurde anschließend auf eine gefälschte Zahlungsseite weitergeleitet, die Kreditkartendaten abgreifen sollte. Dies verdeutlicht, wie schnell KI-Dienste zu einem selbstverständlichen Bestandteil von Arbeit und Alltag geworden sind. Dadurch sind sie auch zu einer neuen Angriffsfläche für Betrüger geworden.
Der Bericht zeigt außerdem, dass der Technologiesektor weiterhin die anfälligste Branche ist, dicht gefolgt von Social Media und dem Finanzsektor. Beispiele aus diesem Quartal sind gefälschte Online-Shops, Kopien von Apple- und PayPal-Anmeldeseiten sowie eine gefälschte Microsoft-Seite, die mit einem vermeintlichen Sicherheitsupdate lockte, stattdessen aber Schadsoftware herunterlud.

– Markenbezogenes Phishing tritt in eine neue Phase ein., sagt Omer Dembinsky, Datenforschungsmanager bei Check Point Research. Angreifer nutzen nicht mehr nur das Vertrauen in etablierte Technologieunternehmen aus, sondern zielen auch auf KI-Plattformen ab, die immer häufiger im Alltag eingesetzt werden. Gleichzeitig ermöglicht generative KI die Erstellung deutlich überzeugenderer E-Mails, kopierter Websites und gefälschter digitaler Erlebnisse in großem Umfang. Unternehmen müssen ihren Fokus von der Reaktion nach einem Sicherheitsvorfall auf die Abwehr von Bedrohungen verlagern, bevor Nutzer überhaupt mit ihnen interagieren können.
Die am häufigsten imitierten Marken im zweiten Quartal 2026 waren:
- Microsoft – 22,6 Prozent
- LinkedIn – 11,6 Prozent
- Google – 6,7 Prozent
- Apple – 5,8 Prozent
- Amazon – 5,2 Prozent
- Adobe – 3,8 Prozent
- Facebook – 1,9 Prozent
- WhatsApp – 1,4 Prozent
- PayPal – 1,3 Prozent
- ChatGPT – 1,1 Prozent
Der Bericht basiert auf Daten von Check Point Research und der globalen Bedrohungsplattform ThreatCloud des Unternehmens.
Den vollständigen Bericht können Sie hier lesen: Check Point Blog.
Wie Sie sich vor dem ChatGPT-Phishing-Betrug schützen können
Die Tatsache, dass ChatGPT mittlerweile zu den am häufigsten imitierten Marken zählt, zeigt, wie schnell sich Angreifer an neue Gewohnheiten anpassen. Immer mehr Menschen nutzen KI-Dienste täglich, worüber wir bereits in einem früheren Artikel berichtet haben. Wenn KI den Code schreibt, muss die Sicherheit neu überdacht werden., ChatGPT-Phishing-Betrug wirkt auf den Empfänger deutlich glaubwürdiger, da E-Mails zu Konten, Zahlungen und Abonnements plausibel erscheinen. Die Betrüger nutzen dieses Vertrauen aus, um Nutzer zu schnellen und unüberlegten Handlungen zu verleiten.
Um Ihr Risiko zu minimieren, prüfen Sie stets sorgfältig die Absenderadresse, klicken Sie nicht direkt auf Links in E-Mails und melden Sie sich stattdessen über die offizielle Website an. Seien Sie besonders wachsam bei Nachrichten, die Zeitdruck erzeugen, wie beispielsweise Behauptungen über fehlgeschlagene Zahlungen oder bevorstehende Kontosperrungen. Aktivieren Sie nach Möglichkeit die Zwei-Faktor-Authentifizierung und überprüfen Sie regelmäßig, welche Geräte und Sitzungen Zugriff auf Ihre Konten haben.
Für Unternehmen ist der Schutz vor ChatGPT-Phishing-Angriffen mehr als nur Technologie. Regelmäßige Mitarbeiterschulungen, klare Verfahren zur Meldung verdächtiger E-Mails und die proaktive Überwachung neu registrierter Domains, die bekannten Marken ähneln, sind unerlässlich. Durch die Kombination von sensibilisierten Mitarbeitern und modernen Sicherheitstools lassen sich Bedrohungen stoppen, bevor Nutzer überhaupt damit interagieren können.








